Rudolf Söllner

IN TRANSIT – Vertikal

Es ist egal, ob man an die Idee glaubt oder an Gott: Gott ist die Summe aller Wirklichkeit im Quadrat abzüglich dessen, was das Menschliche glaubt als Wirklichkeit sprachlich formulieren zu können, und daraus die Wurzel gezogen. Dafür gibt es Symbole beziehungsweise Bilder von Jesus Christus und Maria (Bilder vom heiligen Geist sind verboten: er ist Gott als menschlich erlebbar). Am Ende des Denkens entsteht ein Punkt oder eine Linie und die erscheint im Bild: das Bild ist das Feld der Linie, der Moment, wo die Linie zum Feld wird. Diese Linie, oder diese Punkte, diese relativ einfachen, aus dem Ärmel geschüttelten Formen, wirken wie unbeabsichtigt, und so entstehen sie auch: sobald der Kopf leer von Gedanken ist.

In diesem Sinne handelt es sich um Gottesdienst: wenn der Zwischenraum zwischen meinem Arm und dem ihn bedeckenden Ärmelstoff diese Form schafft, wenn das Bild in der Öffentlichkeit hängt, und Sie das Bild ansehen.“

(Rudolf Söllner, 2012)

P.S. […] es kommt nur darauf an, irgendwie das herz im menschen anzusprechen: und das geht nur im vorbeigehen, das geht nur in einem moment, wo der moderne mensch unabsichtlich angesprochen wird, ohne aufforderung, ohne zugrundeliegende bedeutung, mit all der offenheit, die er in einem moment des vorübergehens hat und meist nur da. ich denke das marienbild kann etwas bewirken, gerade bei einem reisenden – frag mich um gottes willen nicht warum, ich hab‘ keine ahnung, bei vielen, die es gesehen haben, hat es so funktioniert […]

(E-mail von Rudolf Söllner an Jaana Prüss, 27.08.2012)

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