Hansgert Lambers

”Fotografie zum Lesen“ nennt Hansgert Lambers seine Einladung zum Schauen. … Der Realismus des Blicks durch seine Kameralinse wird poetisch aufgeladen oder metaphorisch überhöht. Das Gezeigte ist real, aber beim aufmerksamen Hinsehen entsteht eine Erweiterung der Wahrnehmung. Mit seinen Fotografien behauptet er nicht, die Welt sei so, wie er sie sieht. Mit Zärtlichkeit für Ambiente, Menschen und Dinge öffnet er den freien Blick zum Denken und Erinnern. Seine Bilder trumpfen nicht auf, sind nicht inszeniert oder manipuliert. In strenger Schwarz-Weiß-Fotografie ohne Effekthascherei will er Betrachter nicht überwältigen, sondern träumen lassen. Hinter den Bildern, die Ereignisse und Orte offen lassen, verbergen sich andere Bilder und Geschichten. Das Absichtslose und Unscheinbare widerspricht der aktuellen Bildinvasion, trifft jedoch die Wirklichkeit um so genauer.

* Ulrich Eckhardt, Berlin-Weissensee Juli 2012 (Austellung: „Erkenne was da ist“)

Geisterort in Hamburg, 1985

Hukvaldy, CZ, Parkplatzwächterin, 2011