Stephan US

„The view” und ist Teil des Projektes „steal the pixel“ (Stiehl den Bildpunkt). In der heutigen digitalen Bilderflut setzt Stephan US auf die Abwesenheit eines Bildes oder eines Bildteils. Die Idee dahinter: Erst wenn etwas verschwunden ist, wird man sich dessen bewusst. „Ich möchte das Bewusstsein für die Bilderwelt schärfen, möchte zeigen, was mit Bildern passiert“, sagt Us. „Sie verändern sich, weil wir uns verändern.“

Aufgenommen hat US die Fotos an unterschiedlichen Meeren – auf Mallorca, in Finnland, in den Niederlanden, in Frankreich. Auf den Plakaten im Hafen steht davon jedoch nichts. Auch keine Internetadresse, kein Hinweis auf eine Kunstaktion ist zu finden. Bei der Hängung gestern Morgen gab es allerdings schon Neugier: „Sind das Wahlplakate?“, wurde Us von Passanten gefragt.

Noch sind auf den Fotos Rücken und Hinterköpfe von Menschen zu sehen. Den Blick haben sie in die Ferne gerichtet, auf ein offenes Meer hinaus und in den weiten Himmel hinein. Der Betrachter schaut quasi mit ihnen auf den fernen Horizont. „Da hinten“, sagt Us, „liegt vielleicht das Glück.“ Ein romantischer Moment. Doch greifbar ist er nicht.

(aus MünsterländerZeitung, 21.12.11)


Bild Sonntagstraße Berlin, Oktober 2012

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